Pilgerreise nach Israel

Die Pilgerreise im Januar 2017 führte uns quer durchs Heilige Land - nach Arad, Masada, Jerusalem, Nazareth, Bethlehem, See Genezareth, Haifa, Tel Aviv … fotografische Eindrücke sind geblieben.

Aus unserer westlich geprägten Sicht- und Denkweise scheint eine friedliche Lösung des örtlichen Konflikts als geradezu banal, vor Ort merkt man schnell, dass die Situation dort nicht auf zwei Konfliktparteien reduziert werden kann. Israel ist im Inneren und nach außen ein Schmelztiegel von Interessenskonflikten. Eigentlich gibt es hier keine „zwei Seiten“, sondern unendlich viele. Und immer, wenn man den nachvollziehbaren Standpunkt einer „Seite“ hört, wird man im nächsten Gespräch, eine ebenso nachvollziehbare Argumentation der Gegenseite hören. Und mit jedem Argument wächst die Hochachtung für die Menschen, die sich hier mit Lösungswegen befassen.

Drucken E-Mail

Tag 1 - 25.01.2017

Flughafen Tel Aviv Ben-Gurion

Der Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv ist Israels wichtigster und größter Flughafen. Benannt wurde der Flughafen im Jahr 1975 nach dem ersten Ministerpräsidenten Israels, David Ben Gurion.

Arad

Die Kleinstadt Arad zählt derzeit ca. 25.000 Einwohner und liegt etwa 25 km westlich des Toten Meeres 600 m ü. NN.

Israel – Fakten

Israel ist ein Staat in Vorderasien, mit ca. 6,6 Millionen Einwohnern, an der südöstlichen Mittelmeerküste, der an den Libanon, Syrien, Jordanien, das Westjordanland, Ägypten und den Gazastreifen grenzt. Im Gegensatz zu seinen arabischen Nachbarstaaten ist Israel ein stabiler freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat. Die Hauptstadt und größte Stadt ist Jerusalem, das größte Ballungszentrum ist Tel Aviv. Das Gebiet Israels innerhalb der sogenannten „Grünen Linie“, der Waffenstillstandslinie von 1949, beträgt 20.991 km², davon sind 98 % Landfläche und 2 % Wasserfläche. Das entspricht etwa der Größe Hessens. Durch das Jerusalemgesetz von 1980 und dem Anschluss der Golanhöhen 1981 hat Israel aus israelischer Sicht einen Flächenzuwachs von 1389 km² erhalten. In der Länge misst das Land von Norden bis Süden 470 km. An seiner breitesten Stelle misst das Land 135 km, an der schmalsten nur 15 km. Trotz der Größe des Landes und der verschiedenen klimatischen Bedingungen in den einzelnen Landesteilen, weist Israel eine große Landschaftsvielfalt auf. Dabei reicht die Pflanzenwelt von der fruchtbaren Vegetation in Teilen des Nordens bis zu einigen Oasen im Süden. In Israel wachsen seit jeher Olivenbäume, Eichen, Feigenbäume und Johannisbrotbäume. In den 1950er Jahren hat man in Israel mit der systematischen Anpflanzung von Nadelwäldern, vor allem aus Aleppo-Kiefer und Mittelmeer-Zypresse, und Obstplantagen begonnen. Insgesamt wurden bis jetzt mehr als 240 Mio. Bäume gepflanzt. Heute sind etwa 3 % der Fläche Israels bewaldet. Durch seine Lage zwischen Wüstengebieten und mediterranen Wäldern hat Israel auch eine sehr vielfältige Tierwelt. Negev-Wüste Die Negev-Wüste – das hebräische Wort „Negev“ bedeutet so viel wie „trocken“ – erstreckt sich von Eilat im Süden über das zentrale Mitzpe Ramon bis hin nach Beerscheba im Norden. Das 12.000 km2 große Dreieck fand bereits im Alten Testament Erwähnung und bis heute verbergen sich in seinen kargen Kraterlandschaften, Plätze ungeahnter Schönheit - antike Stätten, Oasen sowie kleinere und größere Naturwunder.

Drucken E-Mail

Tag 2 - 26.01.2017

Kamel

Das Kamel, aufgrund seiner schwankenden Gangart auch „Schiff der Wüste“ genannt, ist ein Symbol der Wüste und als Fortbewegungsmittel sehr geschätzt.

Judäische Wüste

Die Wüste wird auch als „Krippe des Monotheismus“ betitelt – Monotheismus bezeichnet Religionen bzw. philosophische Lehren, die einen allumfassenden Gott kennen und anerkennen. Die judäische Wüste wird von den Bergen Judäas im Westen und dem Toten Meer im Osten begrenzt. Sie ist mit 1.500 km2 eine relativ kleine Wüste, beherbergt jedoch viele faszinierende Naturschutzgebiete, historische Orte, Klöster und urzeitliche Panoramen, die sie zu einem aufregenden und einzigartigen Ort machen. Die judäische Wüste, angrenzend an die Wüste Negev, ist voll von atemberaubenden Ausblicken, die sich ständig ändern. Berge, Felswände und Kalkhügel stehen entlang von Hochebenen, Flussbetten und tiefen Canyons. Die Wüste wird von mehreren Flüssen durchzogen, die Canyons von bis zu 500 Metern Tiefe geschaffen haben. Einige dieser Flüsse führen das ganze Jahr hindurch Wasser und bilden Oasen. Die antiken Felswände an der Ostseite der Wüste ragen 300 m über der Küste des Toten Meeres in die Höhe und Naturschutzgebiete wie En Gedi und Einot Zukim liegen zu ihren Füßen. Die judäische Wüste liegt nahe bei Jerusalem und ist relativ spärlich und nur in den Randlagen besiedelt. Durch ihre zerklüftete Landschaft diente sie als Zufluchtsort und Versteck für Rebellen und Zeloten, sowie als Ort der Einsamkeit und Abgeschiedenheit für Mönche und Einsiedler. Während der byzantinischen Zeit vor etwa 1500 Jahren lebte dort ein besonderer Mönchsorden, der als Laura bekannt war und ein Leben in totaler Abgeschiedenheit und Einsamkeit führte. Die prachtvollen Klöster, die den Mönchen dieses Ordens gehörten, befanden sich in den Felswänden und -spalten, mit kleinen, persönlichen Kammern und Kuppeln für allgemeine Zusammenkünfte während der Tage und für das Gebet. Während der Zeit des großen Aufstandes gegen Rom wurde die letzte Schlacht der Zeloten in Masada ausgetragen, und während der Zeit des zweiten Tempels lebten Mitglieder des judäischen Wüstenkultes hier. Vor mehreren Jahrzehnten wurden die Schriftrollen vom Toten Meer, die in einer Höhle in Qumran versteckt waren, entdeckt, die Licht auf die Bibel und auf die Zeit warfen, in der sie geschrieben wurden.

Masada Nationalpark

Masada wurde im Jahr 2001 von der UNESCO in die Reihe der Stätten des Weltkulturerbes aufgenommen; darin kommt der besondere universale Wert Masadas und der Wunsch zum Ausdruck, diesen historischen Ort im Interesse der gesamten Menschheit zu bewahren. Masada, die letzte Zufluchtsstätte jüdischer Freiheitskämpfer gegen die römische Armee, symbolisiert den gewaltsamen Untergang Judäas am Ende der Zeit des Zweiten Tempels. Der architektonische Komplex von Masada war von dem judäischen König Herodes zu einem Burgpalast, einer Festung, im frührömischen Stil des Nahen Ostens ausgebaut worden. Neben dem Tempelberg in Jerusalem und dem Herodium südlich davon, ist dieses das dritte Zeugnis römischer Monumental-Baukunst, erbaut 37-31 v. Chr. Dieser Ort war von Herodes aus strategischen Gründen gewählt worden, er sollte Herodes als Zufluchtsort vor seinen jüdischen Feinden und Kleopatra dienen. Doch weder die eine noch die andere Bedrohung wurde jemals wahr. Herodes war nur ein einziges Mal dort – nicht flüchtend. Die römischen Feldlager und Befestigungsanlagen am Fuße des Berges von Masada und eine gewaltige künstliche Belagerungsrampe stellen das vollständige römische Belagerungssystem dar, das sich bis in die Gegenwart hinein erhalten hat. Masada steht als Symbol jüdischer Kulturidentität und in universaler Weise als Zeichen des steten Kampfes von Menschen gegen Unterdrückung, und für Freiheit. Das Ende Masadas als Festung zeichnet sich durch ein tragisches Ereignis aus. Im Jahr 66 n. Chr., der Aufstand gegen die Römer war voll entbrannt, übernahmen und verschanzten sich jüdische Rebellen unter der Führung von Eleasar Ben Jair in der Festung. Diese Gruppe gehörte den Zeloten, einer radikalen jüdischen Partei, die Jerusalem wegen innerjüdischer Meinungsverschiedenheiten verließen, an. Sechs Jahre verbrachten sie dort unbehelligt, doch das Römische Heer gab keine Ruhe. Im Jahr 72 n. Chr., zwei Jahre nach dem Fall Jerusalems, ließ der Statthalter Flavius, die Zehnte Legion gegen die, in jeglicher Hinsicht unterlegenen, jüdischen Rebellen aufmarschieren. Erst durch eine achtmonatige Belagerungszeit, in der ein 4,5 km langer Außenwall mit acht Militärlagern und eine Rampe von Landesseite errichtet worden war, boten sich den Römern die Voraussetzungen für eine Eroberung. Aber erst der massive Angriff brachte sichtbaren Erfolg. In dieser ausweglosen Lage, am ersten Tag des Pessachfestes, beschlossen sie den kollektiven Mord, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen. Alles wurde verbrannt, bis auf die Lebensmittel, um zu zeigen, dass sie nicht verhungert waren. Nach Überlieferung des jüdischen Geschichtsschreibers Joseph Flavius, überlebten zwei Frauen und fünf Kinder, die sich in einer Wasserleitung versteckt haben sollen und so dem Tod entkamen. Aus Ehrfurcht vor der Ehrentat, soll der römische Befehlshaber diesen Frauen und Kindern die Freiheit geschenkt haben. Die Masadabahn ist die am tiefsten gelegene Seilbahn der Welt und verläuft nahezu vollständig unterhalb des Meeresspiegels, denn die Bergstation, knapp unterhalb des Gipfelplateaus, liegt nur 33 m ü. NN, wohingegen die Talstation 257 m u. NN liegt. Die Bahn verbindet die auf dem Plateau gelegenen Ruinen der um 30 v. Chr. nach zehnjähriger Bauzeit fertiggestellten Festung mit einer weiter östlich gelegenen Talstation.

Klima

Die Länder des östlichen Mittelmeerraums leiden unter stetem Wassermangel. Der Kampf um das Wasser ist eine der wesentlichen Ursachen für die Konflikte in der Region. An den schmalen, intensiv bewässerten Küstenstreifen werden vor allem Zitrusfrüchte geerntet. Westlich der Anhöhen fällt Winterregen. Die höheren, teils verkarsteten Bergrücken und Hochflächen sind nur dürftige Weidegebiete. Das Klima in Israel wird durch seine Lage zwischen der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen Wüsten einerseits, sowie der subtropischen Feuchtigkeit der Levante „Osten und das Morgenland“ andererseits, bestimmt. Obwohl Israel ein sehr kleines Land ist, hat es mehrere Klimazonen. Das Klima ist von der Entfernung zum Mittelmeer, von der Höhe und der geographischen Breite abhängig. Im Norden gemäßigt und bewaldet, ist Israel im Süden heiß und wüst. Insgesamt sind 50 % des Landes Steppe und Wüste, wobei die Negev-Wüste die größte Klimazone darstellt. An der Küste zum Mittelmeer herrscht das subtropische Mittelmeerklima, das sich durch trockene, heiße Sommer und regenreiche, milde Winter auszeichnet.

Landwirtschaft (Obst- und Gemüseanbau) in Israel

Obwohl das Land zu einem großen Teil aus Wüste besteht, ist Israel zum landwirtschaftlichen Großproduzenten geworden. Forscher haben die klimatischen Nachteile zu einem standortbedingten Vorteil gewendet. Die israelische Landwirtschaft produziert insbesondere Molkerei- und Geflügelerzeugnisse sowie ein vielfältiges Angebot an Blumen, Obst und Gemüse. Während der Wintermonate ist Israel das „Gewächshaus Europas“ und exportiert Rosen, Nelken, Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Bananen, Granatäpfel, Avocados und ein breites Angebot an Zitrusfrüchten. Israels wichtigster Agrarexport sind Zitronen und Jaffa-Orangen. Der traditionelle israelische Weinbau lässt sich bis in die biblischen Zeiten zurückführen. Heute ist Israel der weltweit größte Produzent von koscherem Wein. Kennzeichnend für diese besondere Weinsorte ist, dass die Trauben erst ab dem vierten Jahr geerntet werden, die Erntegeräte unter Aufsicht eines Rabbiners gesäubert werden und ein kleiner Teil des Weines verschenkt werden muss.

Anemonen

Es ist eines der größten Naturschauspiele in Israel: Millionen von Anemonen, vorzugsweise in leuchtendem Rot, erobern die hügeligen Flächen zwischen Tel Aviv und Beer Sheva. Mancherorts stehen sie so dicht, dass sie einem königlich roten Teppich gleichen.

Totes Meer

Das Tote Meer ist mit ca. 425 m u.NN der tiefste Punkt der Erdoberfläche und liegt südlich von Masada. Die Entstehung des Toten Meeres geht auf plattentektonische Aktivitäten zurück, die den ostafrikanischen Grabenbruch prägen. So bewegen sich die asiatische und die afrikanische Platte am Toten Meer und entlang des gesamten Jordanbeckens. Dabei schieben sie sich pro Jahr vier Millimeter in die entgegengesetzte Richtung, weshalb die Region auch immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird. Ursprünglich war die Gegend von einem Ozean bedeckt. Durch Aktivitäten im Erdinneren kam es zu Hebungen, die das heutige Festland zum Vorschein brachten und die natürlichen Voraussetzungen für die tiefe Senke schafften. Im Laufe der Zeit entstanden an der Stelle des Toten Meeres verschiedene Seen, die in ihren Dimensionen weitaus größer waren aber immer wieder verschwanden. Die Reste des Sees Lisan, welcher der letzte dieser großen Seen war, bildeten schließlich das Tote Meer. Seinen Namen hat es durch den hohen, lebensfeindlichen Salz- und Mineraliengehalt. Doch biologisch gesehen ist das Tote Meer nicht abgestorben, es existieren verschiedene Mikroorganismen, also Bakterien, und manche Pflanzen mit großer Salztoleranz. Dazu kommen noch Pflanzen und Fische, die sich im Zuflussbereich von Süßwasser aufhalten. Gespeist wird das Tote Meer hauptsächlich durch den Jordan. Die Zuflussmenge entspricht normalerweise der Verdunstungsmenge; so gibt es auch keinen Abfluss. In den letzten zehn Jahren sank der Wasserspiegel jedoch um rund 12 m – eine Folge der stark erhöhten Wasserentnahme entlang des Jordan für landwirtschaftliche Zwecke sowie zur Trinkwassergewinnung. Die Salzkonzentration von ca. 30 %, die den üblichen Salzgehalt eines Meeres um das Neunfache übersteigt, ergibt sich aus der Wasserverdunstung über Jahrtausende hinweg. Die Gesamtfläche des nördlichen Beckens beträgt 810 km2, die sich über eine Nord-Süd-Ausdehnung von 67 km, sowie einer Breite von 18 km erstreckt. Die maximale Tiefe beträgt 380 m. Im südlichen Teil des Toten Meeres werden Salz und Mineralien zur industriellen Weiterverarbeitung im großen Stil gewonnen. Über mehrere Quadratkilometer wird Salz abgebaut, indem das Wasser in Parzellen verdunstet und dann maschinell abgebaut und weiterverarbeitet wird.

Senklöcher

Das erste Senkloch am Toten Meer entdeckten Anwohner in den 80er-Jahren. Seither kommen jährlich ca. 500 neue Senklöcher hinzu, die bis zu 20 m tief sein können. Schuld ist der Kampf ums Wasser. Die Trichter entstehen, da der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt. Das Salzwasser weicht zurück, Süßwasser aus den Bergen dringt nach und erodiert die unterirdische Salzschicht. So entstehen Hohlräume, über denen die Oberfläche einstürzt – sogenannte Senklöcher.

Jerusalem – erster Eindruck / Blick vom Skopusberg

Der "Skopus" ist ein 834 Meter hoher Berg im nordöstlichen Jerusalem. Von hier aus hat man einen guten Blick nach Südwesten auf die ganze Stadt Jerusalem und nach Osten über die Wüste von Juda bis zum Jordan. Der Name "Skopus" (schauen, spähen) bedeutet "Berg der Wache". Seit 1925 befinden sich auf dem Berg die Hebräische Universität von Jerusalem und ein großes Krankenhaus. Als strategisch wichtiger Punkt diente der Berg in vielen Kriegen als Aufmarschgebiet der Angreifer. Anders als der Rest von Ostjerusalem wurde der Berg Skopus während des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948 von den Israelis gehalten. Er war deshalb bis ins Jahr 1967 eine israelische Exklave auf jordanischem Gebiet.

Drucken E-Mail

Tag 3 - 27.01.2017

Jerusalem

Das zentral gelegene Jerusalem ist seit 1950 die Hauptstadt Israels und mit rund 930.000 Einwohnern die größte Stadt des jüdischen Staates. Sie wurde nachweislich um 1800 v. Chr. erstmals erwähnt und ist heute Sitz des israelischen Präsidenten. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Hügel der Judäischen Berge in Höhen zwischen 600 und 800 m ü. NN.

Jerusalem gilt als die gläubigste Stadt des Heiligen Landes. Sie ist geprägt von Kulturen der Antike und Moderne und den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Das historische Zentrum ist die Altstadt mit zahlreichen Bauwerken der religiösen Vergangenheit und Gegenwart. Sie ist in das Muslimische Viertel im Nordosten der Altstadt, das Christliche im Nordwesten, das Armenische im Südwesten und das Jüdische im Südosten gegliedert und wird von der historischen Stadtmauer umgeben. Um in die Altstadt Jerusalems zu gelangen, ist eines der historischen Stadttore – wie etwa das Damaskustor, das Goldene Tor, das Herodestor, das Jaffator oder das Zionstor – zu durchschreiten.

Das Kidrontal, ist ein kleines Tal, das den Tempelberg und die Altstadt von Jerusalem im Westen und den Ölberg im Osten voneinander trennt und in einem Bogen durch die Wüste Juda bis ans Tote Meer verläuft. Jüdischen Überlieferungen zur Folge, liegt im Kidrontal der Platz des kommenden Jüngsten Gerichts, daher auch der Name Höllental.

Der Ecce-Homo-Bogen ist der große Mittelbogen eines dreibogigen Tores aus römischer Zeit. Die Namensgebung „Ecce Homo“ (dt.: Siehe, der Mensch) geschah in dem Glauben, dass dieser Bogen die Stelle markiert, wo Pilatus vor der Volksmenge zu dem verhörten Jesus Christus gesagt hat: „Ecce homo“.

Als Hadrian 135 nach Christus Jerusalem neugestaltete, schuf er ein Forum und ließ dabei das dreibogige Tor in der Mitte des Pflasters als Denkmal seines Sieges stehen. Das Tor war fast 19 m breit. Der mittlere Hauptdurchgang, den man heute von der Straße aus sieht, hatte eine Weite von 5 m und eine Höhe von 8 m. Der mit Fenstern versehene Durchgang, den man heute über dem Tor sieht, stammt aus osmanischer Zeit.

Gefängnis Jesus

Westlich des Ecce-Homo-Bogens, an der Via Dolorosa, befindet sich ein griechisch-orthodoxes Kloster. Die in Fels eingeschlagenen Höhlen oder Grotten im Kellergewölbe wurden Überlieferungen zufolge als Gefängnisse benutzt. Die griechischen Mönche deuten diese Höhlen als das Gefängnis von Jesus und das Gefängnis von Barabbas, also das sogenannte Prätorium.

Via Dolorosa

Die Via Dolorosa „der schmerzhafte Weg “ ist ein nach dem Leidensweg Jesu von Nazareth benannter Prozessionsweg in Jerusalem. Er führt über mehrere Straßen an 14 Stationen entlang. Nach der Überlieferung ist die Via Dolorosa jene Straße, die zur Zeit des Todes Jesu vom Amtssitz des römischen Stadthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgota führte.
Vor Beginn des Kreuzweges steht die romanische St. Anna-Kirche, erbaut im 12. Jahrhundert an der Stelle einer byzantinischen Vorgängerkirche, die im Jahr 614 von den Persern zerstört wurde. Im rechten Seitenschiff führt ein Abgang zu einer unterirdischen Grotte, an der die Geburtsstätte Marias, der Mutter Jesu von Nazareth, verehrt wird.

Grabeskirche

Die als Grabeskirche oder Kirche vom Heiligen Grab bezeichnete Kirche liegt in der Altstadt Jerusalems und wird von orthodoxen Christen auch als Auferstehungskirche bezeichnet. An dieser Stelle soll Überlieferungen zufolge die Kreuzigung Jesus stattgefunden haben und sich auch dessen Grab befinden.

Berg Zion

Der Berg Zion wird auch als Stelle der Mutterkirche bezeichnet. Der Name bezieht sich auf den Zion, der ursprünglich eine Turmburg der Jebusiter, dann die Stadt Davids und von da aus die ganze Tempelstadt Jerusalem bezeichnete. Er wurde auf einen anderen Hügel Jerusalems übertragen und blieb dafür erhalten, da man dort seit dem Mittelalter die Davidsstadt des Altertums vermutete. Der heutige Berg Zion ist nicht mit dem biblischen Ort Zion und dem Tempelberg identisch. Auf ihm liegen die Dormitio-Abtei, das Davidsgrab, der katholische Friedhof mit dem Grab von Oskar Schindler, das Essener-Tor und weitere historische Stätten.

Saal des letzten Abendmahls / Jüdisches Grab Davids

Der als Abendmahlssaal bezeichnete Ort ist ein kleiner, zweistöckiger Bau innerhalb eines größeren Gebäudekomplexes auf dem Zionsberg. Das Obergeschoss ist von den Franziskanern im 14. Jahrhundert in Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu errichtet worden. Der Abendmahlssaal wird auch mit dem „Obergemach“ identifiziert, in dem am Pfingstfest die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu erfolgte. Der Raum im Erdgeschoss unter dem Abendmahlssaal enthält ein Kenotaph (Scheingrab), das seit dem 12. Jahrhundert als „Grab König Davids“ bekannt ist – obwohl die Begräbnisstätte des Königs dem biblischen Bericht zufolge in der „Davidstadt“ auf dem Ophel-Hügel lag. Unter dem heutigen Fußboden des Abendmahlssaals finden sich ältere Fundamente aus der Kreuzfahrerzeit, der byzantinischen und sogar römischen Epoche. Einige Umstände deuteten darauf hin, dass es sich bei dem Gebäude ursprünglich um eine Synagoge gehandelt hat.
Die im 12. Jahrhundert von den Kreuzfahrern errichtete St. Marien-Kirche und das dazugehörige Kloster standen dann auf den Fundamenten dieser älteren Basilika.

Dormitio-Abtei

Die Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion ist das Stammkloster der benediktinischen Gemeinschaft. Markant ragen der Glockenturm und die bleigedeckte Kuppel der Dormitio Basilika über den Zion und prägen aus verschiedenen Himmelsrichtungen die Skyline der Jerusalemer Altstadt. Alle Mönche legen, unabhängig von ihrem Lebens- und Einsatzort, ihre Profess auf die Dormitio ab. In der Dormitio-Basilika, der Abtei-Kirche, sitzt der Abt als der Obere der gesamten Gemeinschaft.

Erlöserkirche

Die Erlöserkirche steht inmitten der Jerusalemer Altstadt, südlich der Grabeskirche. Sie wurde 1883 auf dem Grundriss der mittelalterlichen Kirche „Santa Maria Latina“ errichtet, zwei Meter über deren Bodenniveau.

Johanneskirche

Die Johanneskirche ist ein Kirchengebäude im südlichen Teil des Muristan, im Zentrum der Altstadt von Jerusalem. In der Kirche wird ein Teil des Schädelknochens von Johannes dem Täufer als Reliquie verehrt. Die heutige Kirche wurde 1170 über den byzantinischen Ruinen errichtet. Die Kirche wird als Mutterkirche der englischen Johanniter angesehen und von der griechisch-orthodoxen Kirche genutzt. Die tiefer gelegene Krypta ist nur von außerhalb der Kirche zu erreichen. Diese stammt aus dem 5. Jahrhundert und ist ein Steingewölbe. An der Wand hängt ein Bildnis der Gründerin Kaiserin Eudocia, die durch ihre zahlreichen Kirchengründungen manchmal als „zweite St. Helena“ bezeichnet wird.

Große Synagoge in Jerusalem

In der König-Georg-Straße 58 befindet sich die nicht zu übersehende "Große Synagoge" von Jerusalem. Sie ist ein Bethaus für orthodoxe Juden. 1982 wurde die neue Synagoge mit ihren 1.400 Sitzplätzen eingeweiht. 850 Männer und 550 Frauen finden hierin Platz. Der Architekt, Dr. Alexander Friedman, entwarf den Bau in Anlehnung an den jüdischen Tempel, der einst auf dem Tempelberg stand.

Schabbat

Schabbat, der wöchentlich wiederkehrende jüdische Feiertag, wird von Christen gerne mit den Gepflogenheiten eines westlichen Sonntags gleichgesetzt. Im Judentum ist der Schabbat der siebte Tag der Woche, an dem geruht und keine Arbeit verrichtet werden soll. Er beginnt am Freitag nach Sonnenuntergang und endet mit dem Sonnenuntergang am Samstag. Das bedeutet, dass im westlichen Teil Jerusalems jeden Freitag mit Einbruch der Dunkelheit jedes jüdisches Restaurant, jeder Supermarkt und jeder Einzelhandel geschlossen hat. Es fährt kein Bus und die Straßenbahn steht im Depot. Jeder Jude soll sich an diesem Tag wie ein König fühlen.

Drucken E-Mail

Tag 4 - 28.01.2017

Bethlehem

Die Stadt Bethlehem, mit nahezu 30.000 Einwohnern, liegt an der uralten Straße von Jerusalem nach Hebron und gehört zu den palästinensischen Autonomiegebieten nördlich angrenzend an Jerusalem. Heute ist diese Straße nur über einen israelischen Checkpoint passierbar, eine schmale Lücke in der acht Meter hohen Mauer, die die Stadt seit 2002 einschließt. Diese Mauer wird als israelische Sperranlage bezeichnet, ist etwa 759 Kilometer lang und wurde im Jahr 2014 auch von Papst Franziskus besucht. Sie ist die Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland. Die Absperrung verläuft zum überwiegenden Teil auf dem Territorium des Westjordanlandes. Für Touristen ist es ein kurzer Zwischenstopp, für viele Palästinenser ein unüberwindbares Hindernis. Bethlehem - ein Ort, an dem verschiedene Religionen nebeneinander, aber nicht miteinander leben.

Hirtenfelder

Unweit von Bethlehem in östlicher Richtung in Beit Sahur befinden sich die Hirtenfelder, vielmehr eine schöne Kapelle und ein kleines Areal, auf dem der Überlieferung nach den anwesenden Hirten die Geburt Jesu verkündet worden ist. Die Kapelle wurde 1953/54 über einer altertümlichen Grotte in Form eines Zeltes errichtet und wird von den römisch-katholischen Franziskanern verwaltet. Auch die Orthodoxen Christen sind hier vertreten – mit einer unterirdischen Kirche links von der Kapelle. Dort sollen Gräber von drei Hirten sein, denen die Weihnachtsbotschaft verkündet worden ist. Gedenktafeln erinnern an die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft.

Katharinenkirche/Geburtsgrotte

Links, direkt an die Geburtskirche angebaut, befindet sich die 1881 von den Franziskanern an Stelle einer früheren Kirche neu errichtete Katharinenkirche mit einem Kreuzgang und dem Casa-Nova Komplex. Die Kirche ist der heiligen Katharina von Alexandria geweiht. Über eine Treppe gelangt man zum nördlichen Teil des Grottensystems, in dem sich die Gräber des hl. Hieronymus, der hl. Paula und der hl. Eustochium befinden. Die Gebeine der Heiligen wurden im 15. Jahrhundert nach Rom in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht. Über eine Verbindungstür gelangt man direkt in die Geburtsgrotte, diese wird jedoch nur zu religiösen Anlässen wie an Weihnachten oder bei den Prozessionen der Franziskaner geöffnet.

Olivenbaum

Olivenbäume sind für die Bewohner Israels seit Jahrtausenden Teil ihrer Kultur; sie sind Lebensgrundlage und Grundnahrungsmittel. Der Zweig des Olivenbaumes gilt für Juden, Muslime und Christen als Symbol des Friedens. Das handgepresste Öl der Oliven, das im Gegensatz zu maschinell gepresstem Öl, rein und weniger bitter im Geschmack ist, dient zum Beispiel als Grundlage für ein palästinensisches Frühstück – Brot mit Olivenöl, gemahlene Thymiansaat, Oliven und Aprikosenmarmelade.

Faten Mukarker

Faten Mukarker ist eine palästinensische Friedensaktivistin, Reiseleiterin und Autorin des Buches „Leben zwischen Grenzen“. Sie ist griechisch-orthodoxe Christin, ist in Bonn aufgewachsen und kehrte als 20-Jährige nach Palästina zurück, um zu heiraten. Faten lebt in Beit Jala und hat zwei Söhne und zwei Töchter.

Drucken E-Mail

Tag 5 - 29.01.2017

Die Stadt Davids (Ausgrabungsstelle)

Die Davidsstadt ist der älteste besiedelte Teil Jerusalems und die wichtigste archäologische Fundstelle des biblischen Jerusalems. Sie liegt auf einem schmalen Höhenrücken südlich des Tempelberges, außerhalb der heutigen Stadtmauer.

Ölberg

Östlich des Tempelbergs erhebt sich der Ölberg. Der 809 m hohe Hügel zählt zu den bedeutenden Orten im Juden- und Christentum sowie im Islam. Er ist auf der zu Jerusalem geneigten Seite fast vollflächig mit jüdischen Gräbern bedeckt. Am Hang selbst und auf der Anhöhe befinden sich verschiedene Kirchen. Auf der Rückseite des Ölbergs gelangt man zum Grab des Lazarus. Die Bezeichnung Ölberg wird vorwiegend im Deutschen gebraucht. Ansonsten ist Olivenberg gängig, was der ursprünglichen Verwendung als Olivenplantage nahekommt. Am Fuß des Ölbergs liegt der Garten Gethsemaneh.

Friedhof - jüdische Bestattungskultur

Zum jüdischen Begräbnis gehört, dass die Ruhefrist auf dem jüdischen Friedhof unbegrenzt ist. Dem Sterbenden wird eine besondere Hochachtung entgegengebracht. Er darf nicht berührt werden. Ist der Tod eingetreten, bleibt der Tote so wie er ist im Raum liegen. Ihm werden die Augen geschlossen und das Gesicht mit einem weißen Tuch bedeckt. Die Totenwache beginnt mit einer Kerze, die neben seinem Haupt angezündet wird. Das brennende Licht weist auf die Seele hin, die sich noch im Raum aufhält. Noch einmal wird mit dem Verstorbenen zusammen gebetet. Danach werden die Fenster geöffnet, damit die Seele den Leib verlassen kann. Während der jüdischen Trauerzeit wird dem vom Schmerz ergriffenen Menschen sehr viel nachgesehen. Er ist in dem Zeitraum zwischen dem Tod und dem Begräbnis von allen religiösen Verpflichtungen entbunden, um in Ruhe und mit Aufmerksamkeit die Vorbereitungen für die bald bevorstehende Beerdigung treffen zu können. Der Friedhof wird im jüdischen Volksmund „Haus des ewigen Lebens“, „Haus der Ewigkeit“ oder auch nur „guter Ort“ genannt. Der Verstorbene sollte innerhalb von 24 Stunden, spätestens nach 3 Tagen beerdigt werden. Die Verstorbenen werden auf dem Rücken mit den Füßen Richtung Jerusalem begraben, um aufzustehen und in Richtung Jerusalem gehen zu können; der Weg zum jüngsten Gericht. Nach dem Begräbnis beginnt die Woche der tiefsten Trauer. Mit dem ersten Stärkungsmahl, dem Erquickungsmahl, das die Nachbarn für das Trauerhaus bereiten, beginnt das siebentägige Schiwa-Sitzen. In dieser Trauerzeit sitzen die Dazugekommenen auf niedrigen Hockern oder, wie ursprünglich, schuhlos auf dem Boden. Das Haus wird von den Trauernden nicht verlassen; die Nachbarn und Bekannten kommen, um zu kondolieren.
Eine Begräbnisstätte in Jerusalem hat eine besondere Bedeutung, da bei der Ankunft des Messias die dort Beerdigten zuerst auferstehen würden.

Heilige Messe in Dominus Flevit

Mittelalterliche Pilger identifizierten in der Nähe der heutigen Kapelle Dominus Flevit „Der Herr weinte“ den Ort, an dem Jesus der Bibel nach über die Stadt Jerusalem weinte. Bereits im Jahr 1881 wurde das Gelände durch die Franziskaner erworben.

Passionsweg (Palmsonntagsweg)

Der Palmsonntagsweg beginnt in Bethphage, führt an den Gräberfeldern des Ölbergs vorbei und endet im Garten Gethsemane, dem Ort, an dem die Soldaten Jesus vor seiner Kreuzigung festnahmen und anschließend nach Jerusalem abführten. Es ist dieser Weg, den Jesus der Überlieferung nach bei seinem Einzug in Jerusalem genommen hat.
Garten Gethsemane/Kirche aller Nationen
Der Garten Gethsemane befindet sich am Fuß des Ölbergs. Gethsemane ist griechisch und heißt übersetzt Olivenpresse. Demnach könnte auf diesem Fleckchen Erde zu Jesu Zeiten eine kleine Olivenbaum-Plantage gewesen sein. Bei dem Garten befindet sich die Kirche der Nationen oder Todesangstbasilika genannt. Die Kirche der Nationen ist ein römisch-katholischer Sakralbau und wurde zwischen 1919 und 1924 mit Geldern aus zwölf Nationen erbaut; daher auch der Name. Das jeweilige Wappen der beteiligten Länder ist in einer eigenen Sektion an der Decke der Kirche zu finden. Die dreischiffige Kirche hat die klassische Basilika-Form ohne Turm, aber zwölf Kuppeln, die für die zwölf Apostel stehen, die von sechs rotbraunen Säulen als Symbol für die Ölbäume getragen werden. Der Innenraum ist, passend zum Thema Todesangst, verhältnismäßig düster. Der Altar steht vor dem Felsen, auf dem Jesus gebetet haben soll, und ist mit einem Gitter umgeben, das an die Dornenkrone erinnert.

Yad Vashem

Yad Vashem ist „Israels zentrale Gedenkstätte für Holocaust und Heldentum“ in Jerusalem. Sie wurde 1953 eröffnet und liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums an den Hängen des „Berg des Gedenkens“. Ein neuer Museumsbau wurde im März 2005 eröffnet. Zentral ist das prismenförmige Hauptgebäude, das den Berg zu durchstoßen scheint, am Ende der Besichtigung jedoch einen freien Blick auf Jerusalem gewährt. Im Außengelände befinden sich mehrere Mahnmale.
Im „Tal der Gemeinden“ wird auf 107 Steinwänden der über 5.000 jüdischen Gemeinden, die während des Holocaust ganz oder teilweise vernichtet wurden, gedacht. Am Rand der Ebene hängt ein Eisenbahnwaggon – ein Güterwagen, in dem Juden in Ghettos und Konzentrationslager transportiert worden sind – über dem Abgrund. Im sogenannten „Erinnerungszelt“ brennt das ewige Feuer, dort wurde die Asche der Opfer beigesetzt. Ermordeten Kindern ist ebenfalls ein Mahnmal gewidmet – es erinnert an rund anderthalb Millionen jüdische Kinder. Und für alle Menschen, die ihr Leben eingesetzt haben, um Juden vor dem Tod zu retten, sind auf dem „Boulevard der Gerechten der Völker“ 2000 Bäume gepflanzt. Zu jedem ist ein Schild mit dem entsprechenden Namen dazugesetzt, unter anderem auch von Oskar und Emilie Schindler, deren Hilfstaten in „Schindlers Liste“ beispielhaft verfilmt wurden.

Lichterfahrt

Lichterfahrt durch die jüdisch-orthodoxen Viertel und um die beleuchtete Altstadtmauer Jerusalems.

Drucken E-Mail

Tag 6 - 30.01.2017

Tempelberg

Der Tempelberg ist ein Hochplateau in der Altstadt von Jerusalem, errichtet von Herodes vor rund 2000 Jahren; vorher Tempel Jahwes. Dieser Ort ist für die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und den Islam von besonderer Bedeutung und wird als der Ort, an dem sich Himmel und Erde treffen bezeichnet.
Felsendom
Der berühmte Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem ist eines der größten Heiligtümer und das älteste erhaltene Bauwerk des Islam. Mit seiner goldenen Kuppel ist er weithin sichtbar und das markanteste Wahrzeichen von Jerusalem.
Im Gegensatz zu seinem Namen handelt es sich beim Felsendom weder um einen Dom noch um eine Moschee, sondern um einen Schrein. Die goldene Kuppel wurde über jenem Felsen errichtet, von dem aus der Prophet Mohammed dem islamischen Glauben zufolge seine Fahrt in den Himmel angetreten hat. Auch im Christentum hat dieser Felsendom Bedeutung und zwar als jene Stätte aus dem Alten Testament, auf der Abraham von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn Isaac zu opfern, um ihn auf die Probe zu stellen.
Der Bau des Felsendoms erfolgte auf Geheiß von Kalif Abd al-Malik, der auch die erste steinerne al Aksa-Moschee errichten ließ. Der prachtvolle achteckige Schrein wurde im Jahr 692 nach einer Bauzeit von 5 Jahren fertiggestellt und verschlang angeblich das Siebenfache der jährlichen Steuereinnahmen aus Ägypten. Seine unverwechselbare Kuppel ist 33 m hoch, hat einen Durchmesser von 26 m und ist mit vergoldeten Kupferplatten verkleidet. Auf der Kuppel thront eine knapp 4 m hohe vergoldete Mondsichel. 
Als im Jahr 1099 die Tempelritter in Jerusalem einfielen, waren sie von der Bauweise des Felsendoms so beeindruckt, dass sie ihn nicht zerstörten, sondern für ihre Zwecke als „Templum Domini“ - „Tempel des Herrn“, umnutzten. Nach der Rückeroberung Jerusalems durch Saladin ging der Felsendom 1194 wieder an die Muslime zurück. Während seines jahrhundertelangen Bestehens wurde er also niemals zerstört, sondern immer nur restauriert. Die farbenprächtige Fassade ist Sultan Suleyman dem Prächtigen zu verdanken, der die kunstvollen Muster im 16. Jahrhundert aus insgesamt 450.000 Kacheln anbringen ließ.
Im Inneren des Felsendoms wird der völlig naturbelassene Felsen, vom dem aus Mohammed in den Himmel aufgefahren sein soll, von 12 Pfeilern und 28 Säulen umrahmt. Der karge Fels bildet einen massiven Kontrast zu den prachtvollen Glasfenstern und Mosaiken, die das Innere des Felsendoms beherrschen und das Paradies darstellen sollen. Nach dem Glauben des Islam versammeln sich unter dem heiligen Felsen die Seelen der Toten zum Gebet.

Al-Aksa-Moschee

Die Jahrhunderte alte Al Aksa-Moschee auf dem berühmten Tempelberg in Jerusalem ist nicht nur die größte Moschee der Stadt, sondern stellt nach der al-Haram-Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina die drittwichtigste heilige Stätte des Islam dar. „Al Aksa“ bedeutet übersetzt in etwa „Ferne Kultstätte“; die erste Moschee am heutigen Platz der Al Aksa ließ Kalif Umar ibn al-Chattab im Jahr 638 damals noch aus Holz errichten. Sein Nachfolger, Kalif Abd al-Malik, der im Jahr 692 auch den Bau des Felsendoms abschließen ließ, erbaute die erste steinerne Al Aksa-Moschee. Einigen ägyptischen Schriften zufolge wurde diese im Jahr 717 fertiggestellt.
Als 1099 die Kreuzritter Jerusalem eroberten, wurde die Moschee in einen Königspalast verwandelt und ausgebaut. Nach der Entstehung eines neuen Palastes in der Nähe des Davidsturms, überließ der damalige König Balduin II. 1119 einen Flügel der Moschee dem „Orden der armen Ritter Christi“, später besser bekannt als Tempelritter. 1187 wurde das Gebäude durch die Eroberung Jerusalems durch Saladin wieder zur Moschee und blieb dies gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Felsendom und dem Tempelviertel auch nach dem erneuten Fall der Stadt an die Kreuzfahrer.
An der heutigen Stelle der Al Aksa-Moschee stand zu biblischen Zeiten der Tempel Salomons, der zweite jüdische Tempel. Laut jüdischen Prophezeiungen wird der Messias wieder auf der Erde wandeln und die gesamte Welt regieren – und zwar im Tempel des Salomon in Jerusalem. Radikale jüdische Gruppen sprechen sich daher für einen Abriss der Al Aksa-Moschee aus, damit der Tempel wiedererrichtet werden kann.

Die Klage- oder Westmauer

Die Klage- oder Westmauer befindet sich in der Altstadt Jerusalems und ist eine der wichtigsten religiösen Stätten des Judentums. Es existieren mehrere Zugänge: aus dem jüdischen Viertel, aus dem arabischen und ein Zugang durch das Dungtor an der Ostseite der Altstadtmauer, an denen Sicherheitskontrollen stattfinden. Im Hebräischen wird dieser Ort übersetzt „Westliche Mauer“ und auf Hebräisch übersetzt „Mauer“ genannt, da sie für Juden kein Ort der Klage, sondern des Gebets ist.
Die Westmauer misst 48 m Breite und 18 m Höhe. Sie ist ein Ort des Gebets und stellt für viele Juden aus aller Welt ein Symbol des ewigen Bundes mit seinem Volk dar. Der Platz davor ist nach Geschlechtern durch einen Zaun getrennt; der Zugang für Männer ist links, der für die Frauen rechts. Diese Trennung richtet sich nach den Regeln des orthodoxen Judentums, wonach Frauen und Männer in der Synagoge getrennt sind. Im Allgemeinen wird nicht über oder durch den Zaun gesehen, nur während Bar Mizwa-Feierlichkeiten stehen die Frauen in ihrem Bereich auf Stühlen und begleiten die fröhliche Zeremonie und werfen Bonbons für die anwesenden Kinder.
Ursprünglich waren die Bereiche für Männer und Frauen annähernd gleich groß. Durch den Einsturz des Weges zum Tempelberg und der damit verbundenen Errichtung einer Behelfstreppe, musste der Bereich für Frauen um einen erheblichen Teil in der Breite reduziert werden. Da auch der Platz vor der Mauer als Synagoge gilt, müssen Männer und verheiratete Frauen eine Kopfbedeckung tragen. Traditionell werden Zettel mit ihren Gebeten oder Wünschen in die Ritzen der Mauer gesteckt. Diese werden zweimal pro Jahr eingesammelt und auf dem Ölberg beerdigt, denn da wo der Name Gottes darauf steht, das darf nach jüdischem Gesetz nicht verbrannt werden.

Bat Mizwa / Bar Mizwa

Jüdische Gemeinden nehmen Mädchen ab 12 Jahren und Jungen ab 13 Jahren als vollwertige Mitglieder in der Synagoge auf. Ein jüdisches Mädchen ist dann eine Bat Mizwa - der hebräische Ausdruck bedeutet „Tochter der Pflicht“. Ein jüdischer Junge wird ein Bar Mizwa - das heißt „Sohn der Pflicht“. Für Jungen und Mädchen gelten nun dieselben Rechte und Pflichten wie für die Erwachsenen. Jeder muss seinen Teil zum Gottesdienst und zur Gemeinde beitragen. Und jeder muss seinen Glauben und seine Fehler vor sich selbst, vor anderen und vor allem vor Gott selbst verantworten. Damit sind die Jugendlichen religionsmündig.
Als Zeichen seiner Mündigkeit darf der Junge den Gebetsriemen und -mantel tragen. Damit sind jedoch auch Pflichten verbunden. Die Gesetze der Torah müssen nun von dem vollwertigen Mitglied der Gemeinde befolgt werden. Je nach Land und Gemeinde gestaltet sich der Ablauf der Bar Mizwa unterschiedlich. Ihnen allen ist jedoch gemein, dass das Fest der Mündigkeit am Sabbat, dem Ruhetag der Juden, stattfindet. Das Fest beginnt mit einem Gottesdienst in der Synagoge, bei dem der Junge zeigt, was er im letzten Jahr gelernt hat. Dazu gehört auch eine Lesung aus der Torah.

Torah

Die Torah sind die fünf Bücher Mose, die wiederum in viele Abschnitte aufgeteilt sind. Das hebräische Wort Torah heißt übersetzt „Lehre oder Weisung“. Sie ist für Juden in aller Welt die Wurzel von Weisheit und Glauben. Da die Torah handgeschrieben wird, kann die Herstellung mehr als ein Jahr beanspruchen was auch die Hohen Kosten von umgerechnet mehr als 15.000 € erklärt. Gläubige Juden lesen an jedem Tag einen Abschnitt der Torah, die so aufgeteilt sind, dass am Ende des jüdischen Jahres die komplette Torah gelesen wurde.

Israel-Museum

Das Israel Museum zählt zu den weltweit führenden Kunst- und Archäologie-Museen und ist unangefochten das größte und bedeutendste Museum des Landes.
Im historischen Kontext ist das riesige Modell im Maßstab von 1:50 des antiken Jerusalems im Jahr 66 zu sehen. Damals brach der große Aufstand gegen die römische Herrschaft aus, der die Zerstörung des jüdischen Tempels und der Stadt im Jahre 70 zur Folge hatte. Das Modell des Zweiten Tempels wurde 1966 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Es entstand auf die Initiative von Hans Kroch, dem Besitzer des Holyland Hotels; er ließ es im Andenken an seinen Sohn Jacob errichten, der im Verlauf des israelischen Unabhängigkeitskriegs gefallen war.
Unter dem rundzeltähnlichen Dach des „Schrein des Buches“, das Teil des Israel-Museums ist, werden etwa zweihundert original Manuskripte und Kopien biblischer Bücher aufbewahrt, sie stellen damit weltweit die ältesten Zeugen biblischer Texte dar. Die im Jahr 1947 in den Höhlen von Qumran in der judäischen Wüste, nahe des Toten Meers, ausgegrabenen Schriftrollen, allen voran das Buch Jesaja, bieten wertvolle Einblicke in die jüdische Geschichte der Antike und in den historischen Kontext der Entwicklung des Christentums.

Jericho

Jericho ist eine Stadt im Palästinensischen Autonomiegebiet am Westufer des Jordans und ist mit ihrer Lage von 250 unter dem Meeresspiegel, die tiefst gelegene Stadt der Welt. Sie ist etwa 4 km von der jordanischen Grenze im Osten entfernt und liegt etwa 8 Kilometer nördlich des Toten Meers. Die heutige Einwohnerzahl beträgt etwa 22.000. Jericho nennt sich zwar „älteste Stadt der Welt“, doch sind erste Stadtmauern erst etwa 2000 Jahre nach der ersten Besiedlung belegt. Für jüdische und christliche Pilger war Jericho die letzte Station vor dem beschwerlichen Anstieg nach Jerusalem. Die Stadt liegt in der Jordansenke und diente wegen ihres warmen Mikroklimas den Herrschern Jerusalems als Aufenthaltsort im Winter.

Jesreel (Yisreel)-Tal

Das weite Jesreel (Yisreel)-Tal, durchflossen vom Kishon-Fluß, bildet die Grenze zwischen Galiläa im Norden und Samaria. Schon vor 2000 Jahren nutzten die Menschen den fruchtbaren Boden. Nach der Vertreibung der Juden verwandelte es sich in eine gefürchtete, malariaverseuchte Sumpflandschaft. Nach dem Befreiungskrieg wurde es wieder kultiviert und gilt heute als eine der fruchtbarsten Flächen des Landes.
Kana, Ort wo Wasser zu Wein verwandelt wurde
Kana muss vor 2000 Jahren eine blühende Stadt gewesen sein, denn bei Ausgrabungen wurden die Überreste einer Synagoge, ein Hof und ein Mosaikboden entdeckt. Vermutungen lassen den unbestätigten Schluss zu, dass an diesem Ort eine jüdisch-christliche Gemeinde existierte. Byzantiner und Kreuzfahrer errichteten an diesem Ort Kirchen. Im Jahr 1551 wurde eine griechisch-orthodoxe Kirche errichtet, welche durch einen anderen Kirchenbau im Jahr 1886 ersetzt wurde. Zu den Beweggründen für diesen Ersatz ist nichts überliefert, doch fünf Jahre zuvor war die heutige Hochzeitskirche auf den Überresten fertiggestellt worden. Es ist nach der Bibel der erste Ort, an dem Jesus ein Wunder vollbracht hat. Während einer Hochzeitsfeier wurde die feiernde Gesellschaft betrübt, weil kein Wein mehr vorhanden war. Jesus, in Anwesenheit seiner Mutter und der Jünger, vollbrachte daraufhin sein erstes Wunder und verwandelte Wasser in Wein.

Nazareth

Nazareth ist eine Stadt im Nordbezirk Israels in der historischen Landschaft Galiläa. Bis zum 7. Jahrhundert lebten hier Juden. Die Kreuzfahrer errichteten an der Stelle der von Konstantin erbauten byzantinischen Kirche eine große franziskanische Basilika. Seit dem Mittelalter war die Stadt vorwiegend von arabischen Christen bewohnt. Nazareth ist mit seinen ca. 65.000 Einwohnern eine sehr alte Stadt und wird heute in erster Linie von Muslimen und Christen bewohnt. Die besondere Bedeutung dieses Ortes liegt bis heute darin, dass er für Christen als Heimatort und Vaterstadt Jesu gilt. Nach Darstellung der Evangelien lebten hier seine Eltern Maria und Josef. In Nazareth kam der Erzengel Gabriel zu Maria und kündigte ihr die Geburt des künftigen Erlösers an – die Verkündigung des Herrn.

Katholische Verkündigungsbasilika

Die katholische Verkündigungsbasilika – das größte christliche Sakralgebäude im Nahen Osten - ist über dem Ort gebaut, an dem gemäß biblischer Überlieferung der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria erschienen ist.
Das Bild, das die deutsche Interpretation der Jungfrau Maria zeigt, wurde 6 Wochen vor der deutschen Wiedervereinigung aufgehängt und zeigt ein Mädchen und einen Jungen mit der Gottesmutter Maria; diese Zeichnung steht noch für Ost- und West-Deutschland.

Zuckerbäcker Mahroum Nazareth

Seit 1890 wurden von Mahroum süße Grießkuchen (Semolina-Cakes) und Türkische Süßwarenspezialitäten produziert. Der Sohn des Bäckers Mahroum eröffnete 1977 die Zuckerbäckerei in Nazareth. Seitdem ist die Bäckerei mit ihren süßen Leckereien bei Einheimischen, aber besonders bei Touristen berühmt und beliebt. Baklava ist ein in Sirup aus eingekochtem Zuckerwasser eingelegtes Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, gefüllt mit gehackten Walnüssen, Mandeln oder Pistazien.

 

Drucken E-Mail

Tag 7 - 31.01.2017

See Genezareth

Der See Genezareth ist mit 212 m ü. NN unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegene Süßwassersee der Erde. Gespeist wird er vom Jordan, der durch den Zusammenfluss von drei Quellflüssen im Hermongebirge entsteht und er ist das wichtigste Trinkwasserreservoir Israels. Verminderte Niederschläge und eine massive Steigerung der Entnahmemengen, vor allem für die Landwirtschaft in Israel und den angrenzenden Ländern, hat inzwischen kritische Ausmaße angenommen. Sprunghaft gestiegene Wasserpreise und ein auf ein ökologisch kritisches Niveau gesunkener Wasserspiegel sind inzwischen existenzbedrohend für die Bevölkerung. Abhängig vom Wasserstand ist der See Genezareth bis zu 21 km lang und 12 km breit. Der Umfang beträgt 53 km und die maximale Tiefe 46 m. Die größte Ortschaft ist Tiberias mit rund 40.000 Einwohnern am Westufer, die sich auf den umliegenden Hügeln bis zu 450 m über den See erstreckt.
Aus religiöser Sicht ist der See Genezareth von wichtiger Bedeutung, insbesondere für Christen, das Gebiet war ein Zentrum des Wirkens Jesu. Historische Orte gibt es zuhauf am oder in der Nähe des Sees.

Christusdorn

Der Baum „Christusdorn“ – auch Palarius spina-christi – zählt zu den Kreuzdorngewächsen. Sein Name rührt der Überlieferung nach von der Verwendung der Äste als Dornenkrone Jesus.

Kapernaum

Kapernaum - The Town of Jesus - wird sowohl von den Juden als auch von den Christen verehrt. Nach seiner Kreuzigung und der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, flüchteten viele Juden nach Kapernaum und es entwickelte sich eine Gemeinde mit blühendem Handel und Fischfang. Unter der Kirche St. Peter´s House, die im Jahr 2008 errichtet wurde, befindet sich das Haus des Petrus, in dem auch Jesus übernachtet haben muss.
Die Überreste der Synagoge – auch Haus der Versammlung genannt - im historischen Kapernaum aus dem späten 3. oder frühen 4. Jahrhundert, bestehen aus aufwändig verzierten Säulen, die im Querschiff teilweise rekonstruiert wurden. Hinter dem Eingang zum gesamten Areal in Kapernaum befinden sich auf der rechten Seite weitere Überreste der Synagoge, auf denen sich zahlreiche jüdische Symbole von der Weintraube bis zum Davidstern befinden. Dieser Landstrich wurde 1894 von Franziskanermönchen erworben, die das Kloster neu errichteten.

Tabgha

Das ursprüngliche Gebiet Kapernaum erstreckte sich vom Siebenquell bis zum Jordan. Die sieben Quellen gaben diesem Ort auch seinen heutigen Namen: Tabgha leitet sich ab von Heptapegon bzw. Heptapegai.
Die Brotvermehrungskirche Tabgha ist eine der Hauptattraktionen bei christlichen Besuchern. Zwar ist die Kirche selbst nicht aus Jesu Zeiten, doch der Stein unter dem Altar hat eine besondere, historische Bedeutung: Darauf soll Jesus die Fische und Brote gelegt haben, die nach seinem Dankgebet auf wunderbare Weise vermehrt wurden, sodass 5.000 Männer und dazu Frauen und Kinder satt wurden. Diese Kirche und das Mosaik der Brotvermehrung erinnern an das biblische Ereignis im Neuen Testament.

Petrus-Fisch - Ali´s Restaurant

Der Legende nach fuhr der heilige Petrus vor über 2000 Jahren an den See Genezareth und ihm fiel ein Geldstück hinein, welches sich der Fisch schnappen wollte. Petrus jedoch griff sofort zu und holte es sich zurück. Dabei hinterließ er seinen Fingerabdruck auf der Haut des Fisches. Der Petrus-Fisch wird bis zu 40 cm groß und gehört zur Gruppe der Barsche.
Berg der Seligpreisungen
Der Berg der Seligpreisungen erhebt sich vom Nordufer des Sees Genezareth in Richtung Norden, vereinzelt kultiviert mit Bananenplantagen, die sich mit Olivenhainen und Wiesen abwechseln. Dort hielt Jesus der Überlieferung nach seine berühmte Bergpredigt, die im Evangelium des Matthäus zu finden ist. Gleich zu Beginn der Bergpredigt spricht Jesus die Seligpreisungen aus – daher die Bezeichnung „Berg der Seligpreisungen“. Auf dem Berggipfel im Norden Israels wurde 1937 ein imposanter Kirchenbau errichtet. Entworfen hat diesen Kirchenbau der italienische Franziskaner-Mönch und Architekt Antonio Barluzzi (1884-1960) im Stil der Neorenaissance. Barluzzi gilt als einer der bedeutendsten Architekten für kirchliche Bauten der Neuzeit; er hatte unter anderem auch die Kapelle Dominus Flevit entworfen. Die Kirche der Seligpreisungen ist ein einstöckiger Sakralbau, der von einem achteckigen Zylinder mit Säulen umgeben ist und aus schwarzem Basalt und weißem Kalkgestein vollendet wurde. Über dem Haupttrakt erhebt sich die markante Kuppel, deren achteckige Form an die acht Seligpreisungen erinnern soll.

Landstraße Nr. 90 Richtung Norden

Die israelisch-palästinensische Landstraße Nr. 90 ist ein durchgängig asphaltierter Verkehrsweg, der die Stadt Eilat am Roten Meer entlang des Toten Meeres über das Jordantal mit dem äußersten Norden Israels verbindet. Für Israel bildet die etwa 480 Kilometer lange Landstraße 90 die direkte Nord-Süd-Achse des Landes. Im Bereich des Jordantals besaß sie während der Besetzung der Westbank eine besondere militärische Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Grenzsicherung zum benachbarten Königreich Jordanien gewährleistet werden konnte.

Golanhöhen

Als Hochplateau vulkanischen Ursprungs, bilden die Golanhöhen eine Region im Nahen Osten. Das im Sinne des Völkerrechts zu Syrien gehörende Gebiet wurde im Sechstagekrieg von Israel erobert. Syrien erhebt weiterhin Anspruch auf das Land. Teile der dünnbesiedelten Region liegen auf einer Höhe von über 1000 m ü. NN und damit wesentlich höher als der westlich davon liegende Jordangraben. Richtung Norden steigt das Gelände zunehmend an, um dann am Hermongebirge stark an Höhe zu gewinnen, dort befindet sich auch das einzige Skigebiet Israels.
Im Bereich des Golan sind keine Grenzübertritte in die Nachbarstaaten Libanon, Syrien und Jordanien möglich. Die Grenze zum östlichen Nachbarn Syrien, wird seit vielen Jahrzehnten von der UNO überwacht.

Drucken E-Mail

Tag 8 - 01.02.2017

Kibbuz Ein Gev

Am Ostufer des See Genezareth liegt der Kibbuz Ein Gev, eine der ersten von insgesamt 270 Kibbuz-Siedlungen auf dem Boden des heutigen Israel. Die Seelage ist erholsam schön, vor der nahezu endlosen Weite des Yam Kinnereth wie er auf Hebräisch heißt, am Horizont zeichnet sich Tiberias ab, bevor sich Hügel von Galiläa sanft in die Höhe erheben. Der Kibbuz Ein Gev wurde 1937 von deutschen und österreichischen Juden gegründet, sie flohen vor den Nazis und fanden im damaligen Palästina eine verwilderte Natur vor. Die Siedlung mit 350 Einwohnern pflegt weiterhin die Kibbuz-Tradition. Haupteinnahmequelle ist die landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Böden für den Anbau von Gemüse und Obst.

Eisenbahnstrecke

Die Eisenbahnstrecke führte über 161 km von Haifa nach Dar’a im heutigen Syrien, wo sie 123 km südlich von Damaskus in die Hauptstrecke mündete. Die Trasse führte vom Tal Jesreel hinunter bis ins Jordantal, dem tiefsten Punkt, auf dem eine oberirdische Eisenbahn jemals verkehrte. Von dort führte sie über eine Reihe spektakulärer Viadukte durch die Schlucht des Yarmuk hinauf nach Syrien.

Yardenit

Yardenit, auch bekannt als Taufstation, ist eine Taufanlage, die sich entlang des Jordan-Flusses in der Region Galiläa im Norden Israels befindet und von christlichen Pilgern besucht wird. Nach der christlichen Überlieferung fand die Taufe Jesu in Qasr el Yahud, nördlich des Toten Meeres und östlich von Jericho statt.

Haifa

Haifa ist mit ca. 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Israels und die größte Hafenstadt des Landes. Sie liegt am Kap des Karmelgebirges am Südrand der Bucht von Haifa. Haifa gilt als Stadt, in der Juden und Araber vergleichsweise friedlich nebeneinander leben.
Ab 1905 war Haifa der Endpunkt einer Nebenstrecke der Hedschasbahn, später auch ein wichtiger Knotenpunkt für weitere Bahnlinien entlang der östlichen Mittelmeerküste und nach Ägypten, was die Entwicklung der Stadt ebenfalls nachhaltig unterstützte. Im 20. Jahrhundert, vor allem aber nach der israelischen Staatsgründung, war Haifa für viele auf dem Seeweg ankommende Einwanderer das Tor nach Israel bzw. zum britischen Mandatsgebiet Palästina. Haifa ist heute eine der wichtigsten Hafen- und Industriestädte des Landes und das größte städtische Zentrum Nordisraels.

Württembergische Templersiedlung

Die Tempelgesellschaft ist eine um 1850 im Königreich-Württemberg entstandene Religionsgemeinschaft. Während des Zweiten Weltkriegs flohen zahlreiche Templer aus Deutschland nach Israel, wo sie in Haifa eine neue Bleibe fanden. Auch heute noch gibt es organisierte Templergemeinen in Deutschland und Australien.

Bahai Gärten

Die Bahai Gärten sind die auffälligste Sehenswürdigkeit der israelischen Hafenstadt Haifa. Sie erstrecken sich mit ihren Grünflächen und den ziegelroten Wegen über 19 Terrassen von der mittleren Stadt hinab bis an die „German Colony“ im unteren Stadtteil – ein Höhenunterschied von 250 m. Die „Hängenden Gärten“, wie sie auch genannt werden, gelten als Friedenssymbol und Ort der Ruhe.
Der Berg Karmel steht für Reichtum und Fruchtbarkeit. In Hebräisch bedeutet sein Name „Weinberg“. Heilig für Juden und Christen gleichermaßen, ist er auch von großer Bedeutung für die Bahai, als ihr geistiges und administratives Zentrum. Im Herzen des Berges liegt das Grabmal des Bab, des Märtyrer-Propheten der Bahai-Religion. Mit seiner auf Anhieb erkennbaren goldenen Kuppel ist der Bahai-Schrein das weltweite Zentrum der Bahai-Religion.

Kloster Stella Maris / Karmeliterkirche

Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Karmeliterkirche und das Kloster Stella Maris –Stern des Meeres - wurden an der Westgrenze des Berges Karmel, über der Hafenstadt Haifa, hoch über dem Mittelmeer, errichtet. Der Name Stella Maris ist eine Anrufung Marias, der Mutter Jesu Christi. Edith Stein (Ordensname Teresia Benedicta vom Kreuz) wird in der katholischen Kirche als Heilige und Märtyrin der Kirche verehrt; sie war eine deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft, die 1922 durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen wurde und 1933 unbeschuhte Karmelitin wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie „als Jüdin und Christin“ Opfer des Holocausts. Papst Johannes Paul II. sprach Teresia Benedicta vom Kreuz am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig.
Die christlichen Karmeliter errichteten oberhalb dieser Höhle ihr besonderes Kloster, welches Sie dem Propheten Elijah gewidmet haben. Das Kloster wurde schließlich nach mehrmaliger Zerstörung und Wiederaufbau im Jahre 1836 fertiggestellt und eingeweiht. Das Symbol des Ordens befindet sich über dem Eingang zum Kloster; es zeigt ein Kreuz auf dem Gipfel des Berges Karmel und darüber das Schwert des Propheten Elijah mit folgender Inschrift: "Ich habe um den Herrn, den Gott Zebaoth, geeifert“. In der Eingangstür befindet sich ein Relief, welches Elijah mit erhobenem Schwert und der Fackel des Glaubens zeigt.

Falafel

Die aus pürierten Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen hergestellten Falafel-Bällchen können getrost als „Grundnahrungsmittel“ in Israel eingestuft werden. Das Gericht stammt ursprünglich aus der arabischen Küche.

Granatapfel

Granatäpfel – hebräisch Rimonim – gehören zu den ältesten einheimischen Früchten und sind bereits in der Bibel im Alten Testament erwähnt. Der Granatapfel soll 613 Kerne haben, genauso viel, wie das Alte Testament Gesetze enthält. Der Granatapfel ist ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht, Blut und Tod.

Caesarea

Caesarea gehört heute zu den bedeutendsten historischen Stätten Israels. Seine Blütezeit erlebte es zur Gründung während der römischen Herrschaft – zu Ehren der römischen Kaiser wurden einige Orte Caesarea genannt – und als Kreuzfahrerfestung. Herodes ließ an diesem Ort riesige befestigte Paläste, große Tempel, Amphitheater und Aquädukte errichten, doch sein „Meisterstück“ war der Bau einer völlig neuen Hafenstadt, die heute zwischen Tel Aviv und Haifa zu besichtigen ist. Aus Mangel einer Quelle ließ er ein 15 km langes Aquädukt bauen, um die prunkvolle Stadt mit Wasser zu versorgen.

Tel Aviv

Tel Aviv ist die zweitgrößte Metropole Israels und zählt über 420.000 Einwohner. Direkt am Mittelmeer gelegen, bietet sie einerseits Touristen und Einheimischen das mediterrane Klima und Flair, andererseits steht Tel Aviv für den weltlichen Teil des jüdischen Staates Israel. Nicht nur die Menschen zeigen sich weltoffen, sondern auch die Gastronomie anhand ihrer internationalen Einflüsse.

Drucken E-Mail

Tag 9 - 02.02.2017

Jaffa

Vielen ist der Name „Jaffa“ durch Orangen bekannt und tatsächlich ist Jaffa der Namensgeber, denn vom örtlichen Hafen aus wurden die sonnenverwöhnten Zitrusfrüchte in alle Welt verschifft. Heute ist Jaffa bei Touristen sehr beliebt, viele Künstler haben ihre Ateliers in der von schmalen Gassen durchzogenen Altstadt, am Hafen mehrt sich von Jahr zu Jahr die gastronomische Vielfalt zur Freude von Besuchern und die unmittelbare Nähe zum Meer erzeugt ein Hauch von Internationalität. Auch wenn heute nur noch 5.000 Araber in diesem Stadtteil leben, ihre typischen Gerichte wie Hummus oder Shakshuka werden von Arabern seit Jahrzehnten in ursprünglicher Qualität angeboten und sind über die Landesgrenzen bekannt.
In den schmalen Gassen der Altstadt Jaffas finden sich noch heute zahlreiche, liebevoll restaurierte Steingebäude aus der osmanischen Periode, die zu einem wunderschönen Künstlerviertel gehören. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist die Kuppe des in ihrem Zentrum liegenden Hügels, auf dem sich Restaurants, Galerien und exklusive Judaica-Läden, eine Promenade, die alte Meeresmauer, ein Besucherzentrum und der Kdumim-Platz befinden. Der Hafen der Stadt ist in der Regel von Touristen und Fischern bevölkert. Hier stehen auch einige wichtige christliche Stätten, wie etwa das Franziskanerkloster St. Peter aus dem 17. Jahrhundert, das Haus Simon des Gärbers sowie das Grab der Jüngerin Tabitha (Tabea), die aufgrund ihrer guten Taten von Petrus vom Tode erweckt wurde.
Archäologische Fundstücke zeigen, dass Jaffa bereits 3500 v. Chr. besiedelt war, ägyptische Inschriften bezeichnen den hiesigen Ort als „Ipu“, und in der Bibel im Buch Jona des Alten Testaments wird er als Joppe und Hafen der Tarsis-Schiffe erwähnt. Holzlieferungen für den ersten und zweiten jüdischen Tempel wurden über diesen Hafen importiert. Auch für Napoléon Bonaparte war Jaffa bedeutungsvoll, das er 1799 nach sechsstündigem Artilleriebeschuss einnahm. Das Ende des Ersten Weltkriegs besiegelte auch die Niederlage des Osmanischen Reichs, aus dem das Völkerbundsmandat für Palästina unter der Verantwortung von Großbritannien entstand, das per UN-Beschluss 1948 endete. Im Jahr 1950 wurden beide Orte zu Tel Aviv-Jaffa vereinigt.

Carmel Markt

Der Carmel Markt ist der größte Obst- und Gemüsemarkt in Tel Aviv und bietet täglich, außer samstags, eine reiche Auswahl an frischen Produkten und aromatischen Gewürzen der Region. Köche, auch von namhaften Restaurants decken sich hier mit lokalen Erzeugnissen gerne ein, einige von ihnen sind in unmittelbarer Umgebung des Carmel Markts. Wer von der Allenby Straße kommt, muss sich erstmal zwischen Kleidungs- und Schuhständen durcharbeiten, vorbei an dem einen oder anderen Blumenstand, um zu den farben- und duftreichen Lebensmitteln zu gelangen. Neben den traditionellen Obst- und Gemüseständen mit großer Auswahl haben sich auf dem Carmel Markt dutzende von Imbissen, kleinen Lokalen und Cafés etabliert. Falafel- und Shawarmastände sind nicht zu übersehen. Eine weitere Spezialität sind fertige Gewürzmischungen, für Salate und Reis beispielsweise. Nicht selten sind auch Nüsse und Trockengemüse beigemischt.

Rothschild-Boulevard

Der Rothschild-Boulevard ist einer der Hauptstraßen im Zentrum von Tel Aviv, im Herzen des Finanzviertels. Sie wurde ursprünglich „Straße des Volkes“ genannt; später wurde die Straße zu Ehren von Baron Edmond James de Rothschild umbenannt. Ein Haus, an der Ecke des Rothschild-Boulevards und der Herzl-Straße, wurde 1909 von der Familie Eliavson erbaut, einer von Tel Avivs Gründungsfamilien. Israels Unabhängigkeitserklärung wurde in der Unabhängigkeitshalle am Rothschild-Boulevard unterzeichnet. Viele der historischen Gebäude sind im Bauhaus oder im internationalen Stil gebaut und bilden einen Teil der „Weißen Stadt“ Tel Avivs, einem UNESCO-Weltkulturerbe.

Drucken E-Mail

Pfarrbüro

Kirchweg 5
89171 Illerkirchberg

Telefon 07346 3526
Telefax 07346 8275

E-Mail: info[at]kirchen-illerkirchberg.de

Öffnungszeiten Pfarrbüro

Montag 09.00-12.00 Uhr
Dienstag 09.00-12.00 Uhr und
15.00-18.00 Uhr
Mittwoch 9.00-12.00 Uhr
Donnerstag 10.00-12.00 Uhr

Freitag geschlossen

Gottesdienste aktuell

Alle Gottesdienste auf einen Blick

finden Sie hier.