Tag 2 - 26.01.2017

Kamel

Das Kamel, aufgrund seiner schwankenden Gangart auch „Schiff der Wüste“ genannt, ist ein Symbol der Wüste und als Fortbewegungsmittel sehr geschätzt.

Judäische Wüste

Die Wüste wird auch als „Krippe des Monotheismus“ betitelt – Monotheismus bezeichnet Religionen bzw. philosophische Lehren, die einen allumfassenden Gott kennen und anerkennen. Die judäische Wüste wird von den Bergen Judäas im Westen und dem Toten Meer im Osten begrenzt. Sie ist mit 1.500 km2 eine relativ kleine Wüste, beherbergt jedoch viele faszinierende Naturschutzgebiete, historische Orte, Klöster und urzeitliche Panoramen, die sie zu einem aufregenden und einzigartigen Ort machen. Die judäische Wüste, angrenzend an die Wüste Negev, ist voll von atemberaubenden Ausblicken, die sich ständig ändern. Berge, Felswände und Kalkhügel stehen entlang von Hochebenen, Flussbetten und tiefen Canyons. Die Wüste wird von mehreren Flüssen durchzogen, die Canyons von bis zu 500 Metern Tiefe geschaffen haben. Einige dieser Flüsse führen das ganze Jahr hindurch Wasser und bilden Oasen. Die antiken Felswände an der Ostseite der Wüste ragen 300 m über der Küste des Toten Meeres in die Höhe und Naturschutzgebiete wie En Gedi und Einot Zukim liegen zu ihren Füßen. Die judäische Wüste liegt nahe bei Jerusalem und ist relativ spärlich und nur in den Randlagen besiedelt. Durch ihre zerklüftete Landschaft diente sie als Zufluchtsort und Versteck für Rebellen und Zeloten, sowie als Ort der Einsamkeit und Abgeschiedenheit für Mönche und Einsiedler. Während der byzantinischen Zeit vor etwa 1500 Jahren lebte dort ein besonderer Mönchsorden, der als Laura bekannt war und ein Leben in totaler Abgeschiedenheit und Einsamkeit führte. Die prachtvollen Klöster, die den Mönchen dieses Ordens gehörten, befanden sich in den Felswänden und -spalten, mit kleinen, persönlichen Kammern und Kuppeln für allgemeine Zusammenkünfte während der Tage und für das Gebet. Während der Zeit des großen Aufstandes gegen Rom wurde die letzte Schlacht der Zeloten in Masada ausgetragen, und während der Zeit des zweiten Tempels lebten Mitglieder des judäischen Wüstenkultes hier. Vor mehreren Jahrzehnten wurden die Schriftrollen vom Toten Meer, die in einer Höhle in Qumran versteckt waren, entdeckt, die Licht auf die Bibel und auf die Zeit warfen, in der sie geschrieben wurden.

Masada Nationalpark

Masada wurde im Jahr 2001 von der UNESCO in die Reihe der Stätten des Weltkulturerbes aufgenommen; darin kommt der besondere universale Wert Masadas und der Wunsch zum Ausdruck, diesen historischen Ort im Interesse der gesamten Menschheit zu bewahren. Masada, die letzte Zufluchtsstätte jüdischer Freiheitskämpfer gegen die römische Armee, symbolisiert den gewaltsamen Untergang Judäas am Ende der Zeit des Zweiten Tempels. Der architektonische Komplex von Masada war von dem judäischen König Herodes zu einem Burgpalast, einer Festung, im frührömischen Stil des Nahen Ostens ausgebaut worden. Neben dem Tempelberg in Jerusalem und dem Herodium südlich davon, ist dieses das dritte Zeugnis römischer Monumental-Baukunst, erbaut 37-31 v. Chr. Dieser Ort war von Herodes aus strategischen Gründen gewählt worden, er sollte Herodes als Zufluchtsort vor seinen jüdischen Feinden und Kleopatra dienen. Doch weder die eine noch die andere Bedrohung wurde jemals wahr. Herodes war nur ein einziges Mal dort – nicht flüchtend. Die römischen Feldlager und Befestigungsanlagen am Fuße des Berges von Masada und eine gewaltige künstliche Belagerungsrampe stellen das vollständige römische Belagerungssystem dar, das sich bis in die Gegenwart hinein erhalten hat. Masada steht als Symbol jüdischer Kulturidentität und in universaler Weise als Zeichen des steten Kampfes von Menschen gegen Unterdrückung, und für Freiheit. Das Ende Masadas als Festung zeichnet sich durch ein tragisches Ereignis aus. Im Jahr 66 n. Chr., der Aufstand gegen die Römer war voll entbrannt, übernahmen und verschanzten sich jüdische Rebellen unter der Führung von Eleasar Ben Jair in der Festung. Diese Gruppe gehörte den Zeloten, einer radikalen jüdischen Partei, die Jerusalem wegen innerjüdischer Meinungsverschiedenheiten verließen, an. Sechs Jahre verbrachten sie dort unbehelligt, doch das Römische Heer gab keine Ruhe. Im Jahr 72 n. Chr., zwei Jahre nach dem Fall Jerusalems, ließ der Statthalter Flavius, die Zehnte Legion gegen die, in jeglicher Hinsicht unterlegenen, jüdischen Rebellen aufmarschieren. Erst durch eine achtmonatige Belagerungszeit, in der ein 4,5 km langer Außenwall mit acht Militärlagern und eine Rampe von Landesseite errichtet worden war, boten sich den Römern die Voraussetzungen für eine Eroberung. Aber erst der massive Angriff brachte sichtbaren Erfolg. In dieser ausweglosen Lage, am ersten Tag des Pessachfestes, beschlossen sie den kollektiven Mord, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen. Alles wurde verbrannt, bis auf die Lebensmittel, um zu zeigen, dass sie nicht verhungert waren. Nach Überlieferung des jüdischen Geschichtsschreibers Joseph Flavius, überlebten zwei Frauen und fünf Kinder, die sich in einer Wasserleitung versteckt haben sollen und so dem Tod entkamen. Aus Ehrfurcht vor der Ehrentat, soll der römische Befehlshaber diesen Frauen und Kindern die Freiheit geschenkt haben. Die Masadabahn ist die am tiefsten gelegene Seilbahn der Welt und verläuft nahezu vollständig unterhalb des Meeresspiegels, denn die Bergstation, knapp unterhalb des Gipfelplateaus, liegt nur 33 m ü. NN, wohingegen die Talstation 257 m u. NN liegt. Die Bahn verbindet die auf dem Plateau gelegenen Ruinen der um 30 v. Chr. nach zehnjähriger Bauzeit fertiggestellten Festung mit einer weiter östlich gelegenen Talstation.

Klima

Die Länder des östlichen Mittelmeerraums leiden unter stetem Wassermangel. Der Kampf um das Wasser ist eine der wesentlichen Ursachen für die Konflikte in der Region. An den schmalen, intensiv bewässerten Küstenstreifen werden vor allem Zitrusfrüchte geerntet. Westlich der Anhöhen fällt Winterregen. Die höheren, teils verkarsteten Bergrücken und Hochflächen sind nur dürftige Weidegebiete. Das Klima in Israel wird durch seine Lage zwischen der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen Wüsten einerseits, sowie der subtropischen Feuchtigkeit der Levante „Osten und das Morgenland“ andererseits, bestimmt. Obwohl Israel ein sehr kleines Land ist, hat es mehrere Klimazonen. Das Klima ist von der Entfernung zum Mittelmeer, von der Höhe und der geographischen Breite abhängig. Im Norden gemäßigt und bewaldet, ist Israel im Süden heiß und wüst. Insgesamt sind 50 % des Landes Steppe und Wüste, wobei die Negev-Wüste die größte Klimazone darstellt. An der Küste zum Mittelmeer herrscht das subtropische Mittelmeerklima, das sich durch trockene, heiße Sommer und regenreiche, milde Winter auszeichnet.

Landwirtschaft (Obst- und Gemüseanbau) in Israel

Obwohl das Land zu einem großen Teil aus Wüste besteht, ist Israel zum landwirtschaftlichen Großproduzenten geworden. Forscher haben die klimatischen Nachteile zu einem standortbedingten Vorteil gewendet. Die israelische Landwirtschaft produziert insbesondere Molkerei- und Geflügelerzeugnisse sowie ein vielfältiges Angebot an Blumen, Obst und Gemüse. Während der Wintermonate ist Israel das „Gewächshaus Europas“ und exportiert Rosen, Nelken, Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Bananen, Granatäpfel, Avocados und ein breites Angebot an Zitrusfrüchten. Israels wichtigster Agrarexport sind Zitronen und Jaffa-Orangen. Der traditionelle israelische Weinbau lässt sich bis in die biblischen Zeiten zurückführen. Heute ist Israel der weltweit größte Produzent von koscherem Wein. Kennzeichnend für diese besondere Weinsorte ist, dass die Trauben erst ab dem vierten Jahr geerntet werden, die Erntegeräte unter Aufsicht eines Rabbiners gesäubert werden und ein kleiner Teil des Weines verschenkt werden muss.

Anemonen

Es ist eines der größten Naturschauspiele in Israel: Millionen von Anemonen, vorzugsweise in leuchtendem Rot, erobern die hügeligen Flächen zwischen Tel Aviv und Beer Sheva. Mancherorts stehen sie so dicht, dass sie einem königlich roten Teppich gleichen.

Totes Meer

Das Tote Meer ist mit ca. 425 m u.NN der tiefste Punkt der Erdoberfläche und liegt südlich von Masada. Die Entstehung des Toten Meeres geht auf plattentektonische Aktivitäten zurück, die den ostafrikanischen Grabenbruch prägen. So bewegen sich die asiatische und die afrikanische Platte am Toten Meer und entlang des gesamten Jordanbeckens. Dabei schieben sie sich pro Jahr vier Millimeter in die entgegengesetzte Richtung, weshalb die Region auch immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird. Ursprünglich war die Gegend von einem Ozean bedeckt. Durch Aktivitäten im Erdinneren kam es zu Hebungen, die das heutige Festland zum Vorschein brachten und die natürlichen Voraussetzungen für die tiefe Senke schafften. Im Laufe der Zeit entstanden an der Stelle des Toten Meeres verschiedene Seen, die in ihren Dimensionen weitaus größer waren aber immer wieder verschwanden. Die Reste des Sees Lisan, welcher der letzte dieser großen Seen war, bildeten schließlich das Tote Meer. Seinen Namen hat es durch den hohen, lebensfeindlichen Salz- und Mineraliengehalt. Doch biologisch gesehen ist das Tote Meer nicht abgestorben, es existieren verschiedene Mikroorganismen, also Bakterien, und manche Pflanzen mit großer Salztoleranz. Dazu kommen noch Pflanzen und Fische, die sich im Zuflussbereich von Süßwasser aufhalten. Gespeist wird das Tote Meer hauptsächlich durch den Jordan. Die Zuflussmenge entspricht normalerweise der Verdunstungsmenge; so gibt es auch keinen Abfluss. In den letzten zehn Jahren sank der Wasserspiegel jedoch um rund 12 m – eine Folge der stark erhöhten Wasserentnahme entlang des Jordan für landwirtschaftliche Zwecke sowie zur Trinkwassergewinnung. Die Salzkonzentration von ca. 30 %, die den üblichen Salzgehalt eines Meeres um das Neunfache übersteigt, ergibt sich aus der Wasserverdunstung über Jahrtausende hinweg. Die Gesamtfläche des nördlichen Beckens beträgt 810 km2, die sich über eine Nord-Süd-Ausdehnung von 67 km, sowie einer Breite von 18 km erstreckt. Die maximale Tiefe beträgt 380 m. Im südlichen Teil des Toten Meeres werden Salz und Mineralien zur industriellen Weiterverarbeitung im großen Stil gewonnen. Über mehrere Quadratkilometer wird Salz abgebaut, indem das Wasser in Parzellen verdunstet und dann maschinell abgebaut und weiterverarbeitet wird.

Senklöcher

Das erste Senkloch am Toten Meer entdeckten Anwohner in den 80er-Jahren. Seither kommen jährlich ca. 500 neue Senklöcher hinzu, die bis zu 20 m tief sein können. Schuld ist der Kampf ums Wasser. Die Trichter entstehen, da der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt. Das Salzwasser weicht zurück, Süßwasser aus den Bergen dringt nach und erodiert die unterirdische Salzschicht. So entstehen Hohlräume, über denen die Oberfläche einstürzt – sogenannte Senklöcher.

Jerusalem – erster Eindruck / Blick vom Skopusberg

Der "Skopus" ist ein 834 Meter hoher Berg im nordöstlichen Jerusalem. Von hier aus hat man einen guten Blick nach Südwesten auf die ganze Stadt Jerusalem und nach Osten über die Wüste von Juda bis zum Jordan. Der Name "Skopus" (schauen, spähen) bedeutet "Berg der Wache". Seit 1925 befinden sich auf dem Berg die Hebräische Universität von Jerusalem und ein großes Krankenhaus. Als strategisch wichtiger Punkt diente der Berg in vielen Kriegen als Aufmarschgebiet der Angreifer. Anders als der Rest von Ostjerusalem wurde der Berg Skopus während des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948 von den Israelis gehalten. Er war deshalb bis ins Jahr 1967 eine israelische Exklave auf jordanischem Gebiet.

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