Tag 7 - 31.01.2017

See Genezareth

Der See Genezareth ist mit 212 m ü. NN unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegene Süßwassersee der Erde. Gespeist wird er vom Jordan, der durch den Zusammenfluss von drei Quellflüssen im Hermongebirge entsteht und er ist das wichtigste Trinkwasserreservoir Israels. Verminderte Niederschläge und eine massive Steigerung der Entnahmemengen, vor allem für die Landwirtschaft in Israel und den angrenzenden Ländern, hat inzwischen kritische Ausmaße angenommen. Sprunghaft gestiegene Wasserpreise und ein auf ein ökologisch kritisches Niveau gesunkener Wasserspiegel sind inzwischen existenzbedrohend für die Bevölkerung. Abhängig vom Wasserstand ist der See Genezareth bis zu 21 km lang und 12 km breit. Der Umfang beträgt 53 km und die maximale Tiefe 46 m. Die größte Ortschaft ist Tiberias mit rund 40.000 Einwohnern am Westufer, die sich auf den umliegenden Hügeln bis zu 450 m über den See erstreckt.
Aus religiöser Sicht ist der See Genezareth von wichtiger Bedeutung, insbesondere für Christen, das Gebiet war ein Zentrum des Wirkens Jesu. Historische Orte gibt es zuhauf am oder in der Nähe des Sees.

Christusdorn

Der Baum „Christusdorn“ – auch Palarius spina-christi – zählt zu den Kreuzdorngewächsen. Sein Name rührt der Überlieferung nach von der Verwendung der Äste als Dornenkrone Jesus.

Kapernaum

Kapernaum - The Town of Jesus - wird sowohl von den Juden als auch von den Christen verehrt. Nach seiner Kreuzigung und der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, flüchteten viele Juden nach Kapernaum und es entwickelte sich eine Gemeinde mit blühendem Handel und Fischfang. Unter der Kirche St. Peter´s House, die im Jahr 2008 errichtet wurde, befindet sich das Haus des Petrus, in dem auch Jesus übernachtet haben muss.
Die Überreste der Synagoge – auch Haus der Versammlung genannt - im historischen Kapernaum aus dem späten 3. oder frühen 4. Jahrhundert, bestehen aus aufwändig verzierten Säulen, die im Querschiff teilweise rekonstruiert wurden. Hinter dem Eingang zum gesamten Areal in Kapernaum befinden sich auf der rechten Seite weitere Überreste der Synagoge, auf denen sich zahlreiche jüdische Symbole von der Weintraube bis zum Davidstern befinden. Dieser Landstrich wurde 1894 von Franziskanermönchen erworben, die das Kloster neu errichteten.

Tabgha

Das ursprüngliche Gebiet Kapernaum erstreckte sich vom Siebenquell bis zum Jordan. Die sieben Quellen gaben diesem Ort auch seinen heutigen Namen: Tabgha leitet sich ab von Heptapegon bzw. Heptapegai.
Die Brotvermehrungskirche Tabgha ist eine der Hauptattraktionen bei christlichen Besuchern. Zwar ist die Kirche selbst nicht aus Jesu Zeiten, doch der Stein unter dem Altar hat eine besondere, historische Bedeutung: Darauf soll Jesus die Fische und Brote gelegt haben, die nach seinem Dankgebet auf wunderbare Weise vermehrt wurden, sodass 5.000 Männer und dazu Frauen und Kinder satt wurden. Diese Kirche und das Mosaik der Brotvermehrung erinnern an das biblische Ereignis im Neuen Testament.

Petrus-Fisch - Ali´s Restaurant

Der Legende nach fuhr der heilige Petrus vor über 2000 Jahren an den See Genezareth und ihm fiel ein Geldstück hinein, welches sich der Fisch schnappen wollte. Petrus jedoch griff sofort zu und holte es sich zurück. Dabei hinterließ er seinen Fingerabdruck auf der Haut des Fisches. Der Petrus-Fisch wird bis zu 40 cm groß und gehört zur Gruppe der Barsche.
Berg der Seligpreisungen
Der Berg der Seligpreisungen erhebt sich vom Nordufer des Sees Genezareth in Richtung Norden, vereinzelt kultiviert mit Bananenplantagen, die sich mit Olivenhainen und Wiesen abwechseln. Dort hielt Jesus der Überlieferung nach seine berühmte Bergpredigt, die im Evangelium des Matthäus zu finden ist. Gleich zu Beginn der Bergpredigt spricht Jesus die Seligpreisungen aus – daher die Bezeichnung „Berg der Seligpreisungen“. Auf dem Berggipfel im Norden Israels wurde 1937 ein imposanter Kirchenbau errichtet. Entworfen hat diesen Kirchenbau der italienische Franziskaner-Mönch und Architekt Antonio Barluzzi (1884-1960) im Stil der Neorenaissance. Barluzzi gilt als einer der bedeutendsten Architekten für kirchliche Bauten der Neuzeit; er hatte unter anderem auch die Kapelle Dominus Flevit entworfen. Die Kirche der Seligpreisungen ist ein einstöckiger Sakralbau, der von einem achteckigen Zylinder mit Säulen umgeben ist und aus schwarzem Basalt und weißem Kalkgestein vollendet wurde. Über dem Haupttrakt erhebt sich die markante Kuppel, deren achteckige Form an die acht Seligpreisungen erinnern soll.

Landstraße Nr. 90 Richtung Norden

Die israelisch-palästinensische Landstraße Nr. 90 ist ein durchgängig asphaltierter Verkehrsweg, der die Stadt Eilat am Roten Meer entlang des Toten Meeres über das Jordantal mit dem äußersten Norden Israels verbindet. Für Israel bildet die etwa 480 Kilometer lange Landstraße 90 die direkte Nord-Süd-Achse des Landes. Im Bereich des Jordantals besaß sie während der Besetzung der Westbank eine besondere militärische Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Grenzsicherung zum benachbarten Königreich Jordanien gewährleistet werden konnte.

Golanhöhen

Als Hochplateau vulkanischen Ursprungs, bilden die Golanhöhen eine Region im Nahen Osten. Das im Sinne des Völkerrechts zu Syrien gehörende Gebiet wurde im Sechstagekrieg von Israel erobert. Syrien erhebt weiterhin Anspruch auf das Land. Teile der dünnbesiedelten Region liegen auf einer Höhe von über 1000 m ü. NN und damit wesentlich höher als der westlich davon liegende Jordangraben. Richtung Norden steigt das Gelände zunehmend an, um dann am Hermongebirge stark an Höhe zu gewinnen, dort befindet sich auch das einzige Skigebiet Israels.
Im Bereich des Golan sind keine Grenzübertritte in die Nachbarstaaten Libanon, Syrien und Jordanien möglich. Die Grenze zum östlichen Nachbarn Syrien, wird seit vielen Jahrzehnten von der UNO überwacht.

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